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Siemens Aktienanalyse: Barclays warnt trotz Kurszielanhebung - Analysten zwischen 170 und 261 Euro 23.05.2025
aktiencheck.de
Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Am 22. Mai 2025 hat Vladimir Sergievskiy von Barclays das Kursziel für die Siemens-Aktie (ISIN: DE0007236101, WKN: 723610, Ticker-Symbol: SIE, NASDAQ OTC-Symbol: SMAWF) von 160 auf 170 Euro angehoben, was dennoch einem Abschlag von rund 22 % gegenüber dem Schlusskurs von 218,80 Euro entspricht. Die Einstufung bleibt bei "Sell". Sergievskiy warnt trotz solider Quartalszahlen vor einer zu ambitionierten Bewertung der Aktie angesichts konjunktureller Abkühlungstendenzen und potenzieller Rückgänge im Industrieauftragseingang. Vor allem in Europa sehe er zunehmend Preis- und Margendruck in Siemens' Kerngeschäftsfeldern wie Industrieautomation und Mobilität.
UBS sieht Aufwärtspotenzial von knapp 10 %
Analyst Andre Kuhnkin von der UBS hält dagegen: Er sieht das Kursziel bei 240 Euro, was ein Potenzial von rund 9,4 % bedeutet. Kuhnkin begründet seine optimistische Einschätzung mit dem erfolgreichen Ausbau von Siemens Xcelerator sowie dem anhaltenden Rückenwind im Digital Industries-Segment. Er rechnet mit strukturellem Wachstum durch die zunehmende Automatisierung der Industrie und betont Siemens’ Vorreiterrolle bei Software- und IoT-Lösungen.
Citi: Siemens bleibt ein "Kerninvestment" im europäischen Industrieuniversum
Martin Wilkie von Citi bestätigt sein Kursziel zwischen 245 und 260 Euro und bekräftigt am 16. Mai 2025 sein "Buy"-Rating. Er sieht die Aktie als unterbewertet angesichts des robusten Auftragseingangs in den Bereichen Infrastruktur und Smart Buildings. Die Verbesserung der EBIT-Marge sowie das nachhaltige Wachstum im Bereich Digitalisierung und Energieeffizienz sprächen laut Wilkie klar für Siemens.
Morgan Stanley bleibt positiv
Max Yates von Morgan Stanley äußerte sich zuletzt am 16. Mai 2025 optimistisch und setzte sein Kursziel auf 215 bis 230 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von bis zu 5 %. Er verweist auf die starke Auftragslage im Bereich Energieinfrastruktur und Bahn, wobei insbesondere Märkte wie Indien und Nordamerika als Wachstumsquellen hervorgehoben werden. Siemens bleibe zudem "Best-in-Class" bei ESG-Kriterien, was sich zunehmend positiv auf institutionelle Investorennachfrage auswirke.
Zurückhaltende Töne von RBC, Deutsche Bank und Kepler
Mark Fielding (RBC Capital), Gael De-Bray (Deutsche Bank) und William Mackie (Kepler Capital) bleiben bei ihrem Kursziel von 215 Euro und einem "Hold"-Rating. Sie sehen den aktuellen Kurs von 218,80 Euro als weitgehend fair bewertet. Zwar loben alle drei Analysten die starke operative Leistung, mahnen jedoch, dass die Markterwartungen mittlerweile sehr hoch seien. Überraschungspotenzial sei begrenzt, Risiken durch globale Lieferketten und geopolitische Spannungen könnten zu kurzfristiger Volatilität führen.
Bernstein und Jefferies besonders bullish
Nick Green (Bernstein) erhöht sein Kursziel auf 227 Euro, sieht aber ebenfalls nur begrenztes kurzfristiges Potenzial (+3,4 %). Simon Toennessen (Jefferies) hingegen setzt ein bullishes Ziel von 261 Euro – ein Plus von fast 19 %. Er argumentiert, dass Siemens durch seine breite Diversifikation in Industrie, Energie und Software eine hervorragende Ausgangslage für die kommenden Jahre habe, insbesondere im Hinblick auf Industrie 4.0 und digitale Infrastrukturprojekte.
Fazit
Die Meinungen zur Siemens-Aktie driften weit auseinander: Während Barclays weiterhin von Überbewertung spricht, sehen andere wie Jefferies und Citi strukturelle Wachstumstreiber. Mit einem aktuellen Schlusskurs von 218,80 Euro ist Siemens aus Sicht einiger Analysten bereits "eingepreist", während andere noch zweistelliges Kurspotenzial ausmachen.
Die Aktie bleibt ein Gradmesser für die Industrie in Europa – und ein Prüfstein für Investoren zwischen technologischem Fortschritt und zyklischen Unsicherheiten. (23.05.2025/ac/a/d)
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